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Neue Verkehrskonzepte: Es gibt die verschiedenen Ansätze für die Bewältigung des Verkehrs in Städten.

(1) Es gibt den radikalen Weg gewisse Teile von Städten nur für Fußgeher und kleine Fahrzeuge für behinderte Menschen zu öffnen. Damit sind in diesen Stadtteilen  größere Einkäufe unmöglich, d.h. diese Stadtteile sind dann Kaffeehäusern, Restaurants und Unterhaltungseinrichtungen (Kinos, Theater, Musikhäuser, Museen,...)  vorbehalten, sind also für manche Branchen uninteressant. Das kann auch dazu führen, dass sehr viel weniger Menschen als sonst diese Stadtteile besuchen werden. Noch dazu muss es ja für viele der erwähnten Einrichtungen (etwa Restaurants oder Museen) doch die Möglichkeit geben, größere Volumina hin zuliefern. Da wird dann manchmal davon gesprochen, dass solche Zulieferer nur zu gewissen Zeiten (etwa sehr früh am Tag) dort unterwegs sein dürfen.

(2) Oft wird der Ansatz (1) insofern ergänzt, als man auch Radfahrer zulassen will. Leider spricht vieles dagegen: erstens, schon heute sind zu viel Radfahrer viel zu schnell unterwegs (die zunehmende Verbreitung von E-Fahrrädern fördert das noch) und weil sie sehr geräuscharm unterwegs sind für Fussgänger gefährlich; zweitens, für die Mitnahme von z.B. Kindern sind oft  größere (oft auch wettergeschützte) Einheiten mit eigenen  Rädern  mit dem Fahrrad verbunden; drittens, in Städten mit vielen Hügeln sind Räder oft kaum verwendbar; viertens, Räder sind bei Schlechtwetter (Schnee, Eis, Starkregen) kein ideales Fahrzeug; fünftens, ältere Menschen haben oft nicht mehr den notwendigen Gleichgewichtssinn; usw, usw.

(3) Aus diesem Grund wird oft der Ausbau des öffentlichen Verkehrs als Lösung gesehen. Doch auch hier gibt es große Problem: erstens, man kann wohl kaum erwarten, dass es möglich ist, mit öffentlichem Verkehr z.B. 100 m an jeden Punkt einer Stadt heranzukommen: d.h. Menschen müssen eben dann doch gewisse Strecken gehen (können); zweitens, für Großeinkäufe (Verpflegung für ein langes Wochenende für eine  größere Familie, oder  Möbel o.Ä.) sind öffentliche Verkehrsmittel nicht geeignet; drittens, für Behinderte und für kleine Kinder sind sie oft auch nur schwer benutzbar.

(4) Also scheint es doch so, dass man auch Autos zulassen muss; aber erstens sind dann wohl dann eigene Wege für Fussgänger, Fahrräder, etc. einzurichten, was den Verkehr mit Autos erschwert; zweitens, ist die Luftverschmutzung durch etwas Verbrennermotoren aber auch Reifenabrieb und Ähnliches nicht ignorierbar; dritten, was helfen Autos in einem Stadtbereich wenn es dort nicht genug Parkflächen gibt?

(5) Kann es ein, dass autonom betriebene kleine aber koppelbare Fahrzeuge eine Lösung bieten könnten, vor allem wenn man sehr radikal vorgeht: erstens, Autos wie wir sie kennen werden im Wesentlichen nur für längere Strecken (die man vielleicht mit der Bahn machen solle) eingesetzt: es gibt für siez.B. wenig Parkplätze in der Stadt und  sie  haben bei allen Kreuzungen Nachrang; zweitens, öffentliche Verkehrsmittel werden eingestellt, die jetzigen Betreiber haben eine flotte autonomer Kleinfahrzeuge die man mit dem Handy zu sich ruft;  drittens, da die Straßen nicht mehr mit Autos verparkt sind, hat man Platz für Fahrstreifen für diese autonomen Fahrzeuge,  für Gehsteige und  Radfahrstreifen.

(6) Löst das alle Probleme? Sicher nicht: Erstens gibt es eine lange Übergangszeit in der es nicht klar ist wie normaler Verkehr und autonome Fahrzeuge sicher überall unterwegs sein könne; zweitens, es wird auch in Zukunft notwendig sein, Feuerwehrfahrzeuge oder große Baumaschinen überall hinbringen zu können! 

Wir bitten um Vorschläge. Es ist immerhin interessant zu sehen, dass solche kleine autonome Fahrzeuge,  MAUTO genannt, schon 1988 relativ genau besprochen wurden ,siehe 

https://austria-forum.org/web-books/xperten00de2004iicm/000184

und später in :

https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Aktuelle_Essays/Die_andere_Zukunft_der_Autos

und 

https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Mobility/Skizze_für_neuen_Personenverkehr

auch behandelt wurden! 

Kommentare (5)

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Bilal ZakaExperte Prüfung ausstehendvor 1 Monat

Ich habe in mehreren kleinen europäischen Städten gelebt – von Italien bis Österreich. Was mir auffällt: Viele der hier diskutierten Konzepte sind in der Theorie gut, aber in der Praxis scheitern sie oft an der lokalen Infrastruktur und den Gewohnheiten der Menschen. In Städten wie Lucca oder Freiburg funktionieren Fußgängerzonen hervorragend, aber nur weil sie historisch gewachsen sind und die Menschen sie akzeptieren. Autonome Kleinfahrzeuge klingen vielversprechend, aber ich frage mich, ob sie in engen Gassen oder bei Schnee wirklich praktikabel sind. Auch der Verzicht auf öffentliche Verkehrsmittel erscheint mir riskant – viele ältere Menschen sind nicht mit Smartphones vertraut. Die Ideen sind mutig, aber sie brauchen viel Zeit und lokale Anpassung.

Elisabeth GrafNeuer Nutzer Prüfung ausstehendvor 1 Monat

Ich finde besonders den Ansatz (5) mit kleinen autonomen Fahrzeugen sehr interessant. Meiner Meinung nach sollten Städte in erster Linie für Menschen und nicht für parkende Autos gestaltet werden. Wenn man Fahrzeuge bei Bedarf per App rufen könnte, wären viele Parkplätze überflüssig und es entstünde mehr Raum für Fußgänger, Grünflächen und Radwege.

Außerdem sehe ich darin Vorteile für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Nicht jeder kann Fahrrad fahren oder längere Strecken zu Fuß zurücklegen. Flexible, kleine Fahrzeuge könnten hier eine gute Ergänzung sein.

Ähnliche Ideen werden bereits im Rahmen der „15-Minuten-Stadt“ diskutiert. Das Beispiel Paris zeigt, dass neue Mobilitätskonzepte durchaus zu einer höheren Lebensqualität beitragen können.

Natürlich wird ein solches System nicht alle Probleme lösen, aber ich denke, dass wir offen für neue Lösungen sein sollten, anstatt ausschließlich an den heutigen Strukturen festzuhalten.

QuelleParis’ Vision for a ‘15-Minute City’ Sparks a Global MovementParis has reimagined urban life, while limiting air pollution, to ensure a more livable city with easier access to jobs, schools and essential services.
Jürgen FuchsNeuer NutzerGegenargument Prüfung ausstehendvor 1 Monat

Ich sehe den Vorschlag (2), den Radverkehr stark auszubauen, eher kritisch. Fahrräder sind sicherlich für viele Menschen eine gute Lösung, aber sie eignen sich nicht für alle. Gerade Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen oder Personen mit körperlichen Einschränkungen stoßen hier schnell an Grenzen. Auch bei Schnee, Eis oder starkem Regen ist das Fahrrad für viele keine realistische Alternative.

Außerdem halte ich die Vorstellung, dass alle Wege innerhalb weniger Minuten ohne Auto erreichbar sein sollen, für zu optimistisch. Selbst wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Struktur moderner Städte Grenzen setzt und unterschiedliche Mobilitätsformen weiterhin notwendig bleiben.

Daher sollte man meiner Ansicht nach das Auto nicht verdrängen, sondern verschiedene Verkehrsmittel sinnvoll miteinander kombinieren.

Quellen:

Barthelemy, M. (2026): „Why urban heterogeneity limits the 15-minute city“.
https://arxiv.org/abs/2603.12122
Bruno, M. et al. (2024): „A universal framework for inclusive 15-minute cities“.
https://arxiv.org/abs/2408.03794

Eine moderne Verkehrspolitik sollte aus meiner Sicht technologieoffen sein und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigen, statt ein einziges Verkehrsmittel als allgemeine Lösung zu betrachten.

QuelleWhy urban heterogeneity limits the 15-minute cityThe `15-minute city' has emerged as a central paradigm in urban planning, promoting universal access to work and essential services within short travel times. Its feasibility-particularly for commuting to work-has however rarely been examined quantitatively. Here, we show that proximity to employment is fundamentally constrained by the internal structure of urban economies. Combining urban geometry with empirically observed firm-size distributions, we derive a lower bound on commuting times that holds independently of planning choices or transport technologies. This bound reveals a sharp transition: when employment is sufficiently concentrated, no spatial rearrangement of workplaces can ensure uniformly short commutes, even under optimal placement. Applied to Paris and its near suburbs, we find that achieving universal 15-minute commutes would require substantial economic restructuring or differentiated mobility strategies. The relevant question is therefore not whether an $x$-minute city is achievable, but what the minimal feasible $x$ is given a city's economic structure and spatial scale.
Dr. Bilal ZakaNeuer NutzerFrage Prüfung ausstehendvor 1 Monat

To gain a deeper understanding of innovative transportation concepts in European cities, what resources or studies would you recommend exploring [e.g. a specific EU transportation report or a case study on a successful European city's transportation system]?

Jürgen FuchsNeuer Nutzer Prüfung ausstehendvor 1 Monat

Um Informationen über neue Verkehrskonzepte zu finden, können Suchmaschinen oder künstliche Intelligenz (KI)-Tools wie Chatbots oder Expertensysteme genutzt werden [Quellen zu KI-Tools in der Verkehrsplanung könnten hier unterstützen]. Diese können bei der Recherche und Analyse von verschiedenen Ansätzen zur Bewältigung des Verkehrs in Städten helfen.